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Taurin – neueste Studien 08.2026

13. Aug.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. Aug.



Taurin ist eine schwefelhaltige Verbindung, die der Körper selbst bildet und die zusätzlich über Lebensmittel aufgenommen wird. Sie kommt in verschiedenen Geweben vor und ist unter anderem an Vorgängen beteiligt, die den Stoffwechsel, die Muskelfunktion und den Flüssigkeitshaushalt betreffen. Neue Humanstudien untersuchen Taurin vor allem im Zusammenhang mit Gefäßfunktion, Stoffwechsel und körperlicher Leistungsfähigkeit unter Hitze.


Training und Stoffwechselmarker

Eine randomisierte Studie von 2026 begleitete 44 Männer mit Adipositas über zwölf Wochen. Untersucht wurden Taurin allein, Training allein sowie die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining mit täglich 3 Gramm Taurin.

Die kombinierte Gruppe zeigte die stärksten Veränderungen: Körpermasse, BMI und Körperfettanteil gingen zurück. Gleichzeitig sank der Stoffwechselmarker Asprosin und Spexin stieg.

Asprosin ist ein Botenstoff, der unter anderem an der Bereitstellung von Energie beteiligt ist. Spexin wird ebenfalls als Botenstoff untersucht und steht mit der Regulation von Energiehaushalt und Stoffwechsel in Verbindung.

Da Training und Taurin gemeinsam eingesetzt wurden, beschreibt dieses Ergebnis vor allem die Kombination und nicht Taurin allein. [1]


Blutdruck und Gefäßfunktion

In einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 165 Personen mit Typ-2-Diabetes wurden zwölf Wochen lang täglich 2,4 Gramm Taurin untersucht. Im Vergleich zu Placebo sank der systolische Blutdruck. Das ist der obere Wert der Blutdruckmessung, der beim Zusammenziehen des Herzens entsteht.

Zusätzlich verbesserten sich mehrere Messwerte der Gefäßfunktion. Dabei wurde unter anderem untersucht, wie gut sich die Blutgefäße erweitern können. Diese Fähigkeit ist wichtig, damit der Körper den Blutfluss an unterschiedliche Situationen anpassen kann.

Auch die Pulswellengeschwindigkeit nahm ab. Sie beschreibt, wie schnell sich die durch den Herzschlag ausgelöste Druckwelle durch die Arterien bewegt, und wird zur Beurteilung der Gefäße verwendet. [2]


Ausdauer bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit

Eine Crossover-Studie von 2025 untersuchte 16 trainierte Männer bei 35 °C und 65 Prozent Luftfeuchtigkeit. Eine Stunde vor einem Radtest erhielten sie unterschiedliche Taurinmengen oder ein Placebo.

Nach einmalig 4 Gramm Taurin konnten die Teilnehmer länger bis zur Erschöpfung fahren. Gleichzeitig war die Schweißrate höher und die Körperkerntemperatur lag gegen Ende der Belastung niedriger.

Die Körperkerntemperatur bezeichnet die Temperatur im Inneren des Körpers. Bei körperlicher Aktivität entsteht viel Wärme, die unter anderem durch verdunstenden Schweiß abgegeben wird. Hohe Luftfeuchtigkeit erschwert diese Kühlung, weshalb solche Bedingungen den Körper besonders fordern.

Das Ergebnis gilt daher speziell für den kontrollierten Hitzetest und lässt sich nicht automatisch auf jede sportliche Belastung übertragen. [3]

Dazu passt eine Studie von 2024 mit 15 Personen. Nach acht Tagen Taurin mit täglich 50 Milligramm pro Kilogramm Körpermasse stiegen Schweißabgabe und Verdunstungskühlung, während die Wärmespeicherung im Körper sank.

Bei 70 Kilogramm Körpermasse entspräche die untersuchte Menge beispielsweise 3,5 Gramm Taurin täglich. Die Messungen fanden während leichter körperlicher Belastung bei großer Hitze und schrittweise steigender Luftfeuchtigkeit statt. [4]


Anaerobe Spitzenleistung

Bei 16 Rugbyspielerinnen wurde Taurin in einer randomisierten Crossover-Studie eine Stunde vor einem Wingate-Test eingenommen. Dieser Test besteht aus einer sehr kurzen, maximal intensiven Belastung auf einem Fahrradergometer und wird verwendet, um kurzfristige Leistungsfähigkeit zu messen.

Nach 6 Gramm Taurin lag die Spitzenleistung höher als nach Placebo. Auch bei einigen weiteren Leistungswerten zeigten sich positive Veränderungen.

Der Befund betrifft damit vor allem kurze und sehr intensive Belastungen und stammt aus einer kleinen Gruppe sportlich trainierter Teilnehmerinnen. [5]


Fazit

Die aktuellen Humanstudien zeigen positive Signale für Gefäßfunktion, Wärmeregulation, Stoffwechselmarker und bestimmte Formen der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Dabei wurden jedoch sehr unterschiedliche Situationen untersucht: ein zwölfwöchiges Trainingsprogramm, Personen mit Typ-2-Diabetes, Belastung bei großer Hitze und ein kurzer maximaler Leistungstest. Eine sinnvolle Einordnung betrachtet deshalb immer die jeweilige Dosis, Personengruppe und Versuchssituation.


Quellen

[1] Combined Aerobic–Resistance Training and Taurine Supplementation Reduce Asprosin and Elevate Spexin in Men with Obesity: A 12-Week Supplement-Blinded, Randomized Controlled Trial. Nutrients, 2026.

[2] Taurine ameliorates blood pressure and vascular function in patients with type 2 diabetes: Randomized, double-blind, placebo-controlled trial. iScience, 2025.

[3] Dose-response relationship of taurine on endurance cycling performance under hot and humid conditions. Frontiers in Nutrition, 2025.

[4] The effect of 8-day oral taurine supplementation on thermoregulation during low-intensity exercise at fixed heat production in hot conditions of incremental humidity. European Journal of Applied Physiology, 2024.

[5] The effects of taurine ingestion on anaerobic and physiological performance in female rugby players. Research in Sports Medicine, 2024.


13.08.2026

Autor: Alireza Mohtashami


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Über den Autor

Alireza Mohtashami ist Autor von „Plant-Eater’s Helper“, zertifizierter Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie und ausgebildeter Praktiker für Pflanzenheilkunde. Er wertet laufend aktuelle Studien zu Ernährung, Natur und ganzheitlicher Gesundheit aus und bereitet sie praxisnah und frei von Ideologien auf. Mehr über den Autor


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